Am Donnerstagabend, dem 07. Mai 2026, besuchten wir, die Kurse 11/1 und 11/3, das Nationaltheater in Weimar, um uns Goethes „Faust“ anzusehen. Schon Tage vorher war unsere Vorfreude groß, da wir gespannt darauf waren, das berühmte Werk einmal live auf der Bühne zu erleben und nicht nur im Unterricht darüber zu sprechen.

Bereits beim Betreten des Theaters waren wir beeindruckt von der besonderen Atmosphäre. Die Aufführung selbst war für viele von uns überwältigend. Vor allem die schauspielerische Leistung der Darstellerinnen und Darsteller hat uns begeistert. Die Figuren wurden sehr authentisch und emotional verkörpert, wodurch wir die Handlung viel intensiver erleben konnten.

Besonders faszinierend fanden wir die Verkörperung von Mephisto, der von zwei Schauspielern dargestellt wurde. Diese besondere Umsetzung wirkte gleichzeitig faszinierend und ungewöhnlich und machte die Figur noch ausdrucksstärker. Auch die direkte Interaktion mit dem Publikum sorgte dafür, dass wir uns stärker in das Geschehen eingebunden fühlten und die Aufführung lebendig und modern wirkte.

Nach der Aufführung haben wir uns im Unterricht noch intensiver mit einigen Szenen und besonderen Elementen der Inszenierung beschäftigt. Dabei wurde deutlich, dass viele Details eine tiefere Bedeutung hatten, über die man zunächst nachdenken musste. Vor allem die moderne Umsetzung und bestimmte Symbole regten zu Diskussionen an und führten dazu, dass wir das Stück noch einmal aus einer anderen Perspektive betrachteten.

Da gab es zum Beispiel ein riesiges Kreuz auf der Bühne, welches bei genauerem Hinsehen aus einer Vielzahl von Leiterplatten zusammengesetzt war. Daraus ergab sich die Frage, was heutzutage eigentlich angebetet wird – und die Antwort darauf schien die moderne Technik zu sein. Gerade solche Elemente mit tieferer Bedeutung faszinierten uns sehr und regten zum Nachdenken an. Obwohl „Faust I“ ein klassisches Werk ist, wurde es so auf kreative und moderne Weise neu interpretiert.

Auch das Bühnenbild, die Beleuchtung und die gesamte Inszenierung machten die Aufführung abwechslungsreich und eindrucksvoll. Einige Szenen wirkten klassisch, andere jedoch sehr überraschend, wodurch die Aufführung bis zum Ende spannend blieb.

Der Besuch im Weimarer Nationaltheater war für uns als Klasse eine besondere Erfahrung. Wir konnten gemeinsam Kultur erleben, viele neue Eindrücke sammeln und „Faust“ auf eine ganz andere Weise kennenlernen. Insgesamt ergab die Verbindung aus beeindruckender schauspielerischer Leistung und moderner Inszenierung ein gelungenes Gesamtbild, das uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Text: Fiona Eckardt + Kurs 11/3

Foto: Emma Albrecht, Rebecca Kern