Bericht zur Exkursion BundesSchulMusikChor 2026 in Weimar

In der Nacht vom 27. auf den 28. September 1994 singt die Fähre „Estonia“ in der Ostsee. Dies war eine der größten SchiVskatastrophen Europas, bei der hunderte Menschen ihr Leben verloren.
An dieses tragische Ereignis erinnerte das Schulkonzert „unter Wellen | über Wolken“, dass wir 12. März 2026 im Studiotheater am Schloss Belvedere in Weimar besuchten. Wir, die Klassen 9/3, 9/4 sowie die Klassen 8/4 und 8/5 erlebten dort ein besonderes Konzert des BundesSchulMusikChores, bei dem Musik, Kunst und eigene Kreativität miteinander verbunden wurden.
Nach unserer Ankunft mit dem Bus wurden wir zunächst in verschiedene Workshops eingeteilt. Es jeweils zwei Musik- und Malworkshops, in denen wir uns kreativ mit Musik und ihren Emotionen auseinandersetzten.
Im Malworkshop hörten wir einen Ausschnitt aus einem Stück des späteren Konzerts. Ohne den Titel oder den Hintergrund zu kennen, sollten wir unsere Eindrücke in einem Bild festhalten. Mit Wachsmalkreide gestalteten wir in Gruppen unsere eigenen Interpretationen der Musik. Es entstanden dabei ganz unterschiedliche Bilder. Manche eher farbig und abstrakt und andere geheimnisvoll und dramatisch. Erst danach erfuhren wir, dass das Stück davon handelt, dass selbst in etwas Kleinem wie einem Sandkorn, etwas Großes verborgen sein kann.


Auch in den Musikworkshops wurde kreativ gearbeitet. Dort bekamen die Gruppen jeweils ein Bild gezeigt und sollten die Stimmung mit Instrumenten vertonen. Die Szenen bezogen sich dabei auf das SchiVsunglück der Estonia. Ein Bild zeigte das SchiV noch auf den Wellen, ein anderes den Moment des Untergangs. Durch die verschiedenen Klänge und Rhythmen wurden die Bilder hörbar und zum Leben erweckt.

Nach den Workshops konnten wir, bei sonnigem Wetter, eine Pause im Schlosspark einlegen, bevor das Konzert im Studiotheater begann. Wir saßen auf Matten, während an den Wänden die Bilder aus den Malworkshops hingen. So wurde der Zuschauerraum selbst Teil der Aufführung.
Der Chor beeindruckte mit einem kraftvollen und zugleich harmonischen Klang. Obwohl die einzelnen Stimmen Sopran, Alt, Tenor und Bass oft unterschiedliche Melodien sangen, ergab sich ein wunderschöner Gesamtklang. Zwischen den Stücken lockerten kurze Moderationen das Programm auf.
Ein besonders eindrucksvoller Moment entstand, als der Sängerinnen und Sänger
plötzlich von der Bühne herunterkamen und sich im Raum um uns herum verteilten. Sie sangen das Stück „Elements: Earth“ von Katerina Gimon, das ganz ohne Text auskommt. Einmal begann ein Sänger auf der einen Seite und eine Stimme von einer anderen antwortete, wobei das Gefühl entstand, als befände man sich mitten in der Musik. Auch andere Stücke des Programms, wie zum Beispiel „Canticum calamitatis maritimae“ von Jaakko Mäntyjärvi waren sehr beeindruckend. Während dieses Stück erklang, wurden auch die Bilder aus den Workshops gezeigt und die Vertonungen eingespielt.

Das Konzert war insgesamt sehr emotional und kraftvoll. Man konnte spüren, wie viel Gefühl und Können in den Stimmen der Sängerinnen und Sänger lagen. Am Ende fuhren wir mit vielen neuen Eindrücken wieder zurück.
Der Ausflug zum Belvedere war nicht nur ein Konzertbesuch – Besonders schön war es zu erleben, wie Musik, Kunst und eigene Ideen miteinander verbunden werden können. Es war ein Tag zwischen Wellen und Wolken, der noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Text: Frida Trapp 9/3